Sabine Heller
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Torso, 2007
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... Die Oberfläche
- das ist das, was wir berühren und worauf wir lesen können. Bei
Sabine Heller steht sie in einem auffälligen Kontrast zur Kompaktheit
und zur ruhigen und teilweise üppigen Fülle der Gestalten. Diese
Oberfläche ist wie Medusas Schlangenhaar von großer Aufgewühltheit,
manchmal gefährlich rissig und schrundig, sie gibt Einblicke frei,
wirft Schatten, sie erzählt Geschichten und ist "gekennzeichnet"
wie die Haut sehr alter Menschen.
Die scheinbare
Ganzheit und Intaktheit der Körpervolumen wird auf der Oberfläche
der Illusion überführt. Sie weicht, auf ungemein plastische Weise,
dem Bild vom zerklüfteten Subjekt, vom zersplitterten und
zusammen gesetzten Ich, wie es sowohl die Theorie der Postmoderne als
auch des Feminismus favorisieren.
Hier ist keine
Mutter-und-Kind-Idylle - hier ist Erfahrung und Geschichte. Denn an
dieser Oberfläche spielt sich ein heftiger Kampf ab zwischen Innen
und Außen, zwischen Ausdehnung und Substanz, aber auch zwischen
Gestalten und Zerstören, zwischen Lieben und Töten, zwischen der
Skepsis gegenüber den Zumutungen eines Postulats der Ganzheit und der
Behauptung eines "Dennoch". ...
aus:
Eröffnung der Ausstellung im Schloss
Rheinsberg, 1994 durch Dr. Peter Böthig
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